• WESENsART – Papeterie, die aus der Reihe tanzt. post@wesensart-papeterie.de

Adventskalender 23. Dezember // Yori Gagarim 1024 683 WESENsBande
+++ 🤔 23.12.: WESENsTipp im Advent💡 +++ In der Kategorie #wesenstipp wollen wir dir Aktivist*innen, #Onlineshops #Aktionen, #Literatur und andere Dinge für die Seele und den Geist empfehlen. Heute habenstellen wir dir @yori_gagarim – DIY-Artist – vor: Comix, Illustration und Aktivismus treffen aufeinander, was für ein wunderbarer Konfettiregen.

Adventskalender 23. Dezember // Yori Gagarim

Die politische Kraft von Comix
Unser #wesenstipp heute sind die Comix von Yori Gagarim

In der Kategorie #wesenstipp wollen wir dir Aktivist*innen, online Shops und Aktionen, Literatur und andere Dinge für die Seele und den Geist empfehlen. Heute legen wir dir die queeren Comix, Zines und anderen Drucke von Yori Gagarim ans Herz.

Yori Gagarim ist bei all den vielen Dingen im Leben unter anderem Comickünstler*in und Aktivist*in. In den Arbeiten geht es immer wieder um queeres Leben und (die eigenen) Diskriminierungserfahrungen. Yori Gagarim thematisiert, was es heißt, sich selbst ausleben zu können – oder auch eben nicht – und wie die Gesellschaft drauf reagiert. Und das immer mit viel Humor.
Eine Empfehlung schon vorab: Unsere liebste Veröffentlichung von Yori Gagarim ist »Let them talk«, ein kleines Comic-Buch, in dem Genitalien zu Wort kommen und ihre Meinung zu Gender verraten.

Du hast viele verschiedene Projekte, in denen du mitwirkst. Was verbindet sie bzw. was ist vielleicht dein übergreifendes Anliegen?

Yori: Ich denke, fast alle Projekte verbindet, dass ich mich an Dingen abarbeite, die ich größtenteils selbst erfahren musste und von denen ich möchte, dass ich dieses mit meiner Kunst zumindest einigen anderen Menschen ersparen kann. Dabei versuche ich aus den individuellen Erfahrungen Strukturen und Analysen zu destillieren und diese auf leicht Verständliches und Verstehbares herunterzubrechen ohne dabei die Komplexität zu verringern. Oft lasse ich dabei meinem düsterem und eher versteckten Humor Raum und ziele dabei immer auf eine Hoffnung auf Änderung und Besserung ab.
Ich bin oft sehr kritisch, aber nie ohne dabei auch versöhnlich und aufbauend zu sein. Mir ist es dabei wichtig, Gleichgesinnte und Verbündete in unseren/ihren Kämpfen zu bestärken und zu vermitteln, dass wir weder alleine noch die einzigen sind. Die einzelnen Projekt unterscheiden sich jedoch manchmal auch sehr und das finde ich auch gut so. Ich verwende zum Teil unterschiedliche Namen, Pronomen und überrasche, verwirre und hinterfrage dadurch auf ganz anderen Ebenen auch noch mal.

Was brauch es, damit wir in einer Welt ohne Diskriminierung leben können?

Yori Gagarim

Yori Gagarim

Yori: Ich denke, wir sollten uns selbst weniger wichtig, aber dafür mehr ernst und in die gegenseitige Verantwortung nehmen. Wir sollten mehr über uns selbst hinausschauen und versuchen mehr voneinander zu lernen ohne die Geschichte voneinander wegzunehmen oder das Wissen von unterdrückten Minderheiten für sich zu vereinahmen. Öfter mal stehen lassen, was die von Diskriminierung und Gewalt betroffenen Menschen sagen, Diskriminierungen und Verletzungen anerkennen und Heil-Prozessen eine Priorität geben. Diskriminierung sollte für diejeniegen unbequem werden, die immer noch und immer wieder und auch aktuell immer mehr von ihr profitieren.
Das alles geht nicht ohne eine radikale Veränderung unserer Gesellschaft anzustreben. Es reicht nicht, die einen an der Macht durch andere an der Macht zu ersetzen, wir müssen Hirarchien abschaffen, denn keine Machtposition ist eine friedliche. Macht funktioniert nur durch Gewalt, und diese Gewalt äussert sich u.a. durch (strukturelle) Diskriminierung. Wir brauchen komplette Autonomie über unsere Leben und Körper und sollten aufhören, alles und alle kontrollieren zu wollen. Diskriminierung ist keine Meinungsfreiheit und keine Person hat ein Anrecht darauf, konsequenzfrei gemein zu sein.
Angst vor Unbekanntem zu haben ist in Ordnung, aber das darf nie ein Grund dafür sein, das Unbekannte zu bekämpfen und ist nach lange keine Rechtfertigung für Diskriminierung und Gewalt. Wer anderen das Existenzrecht und/oder Selbstbestimmung abspricht verliert das/die eigene. Die Angst vor dem Fremden wird nicht mit Gewalt besiegt sondern mit Vertrauen und miteinander vertraut werden. Unterstützung, Solidarität und Zuwendung sollten ohne Bedingungen, Kontrolle und Anspruchshaltung auf (bestimmte) Ergebnisse erfahrbar sein. Nazis sollten konsequent zur Rechenschaft gezogen werden, insbesondere im eigenen Nahumfeld.

Was ist deine Empfehlung für die Feiertage?

Yori: Welche Feiertage?

 

Na neugierig auf die tollen Arbeiten von Yori Gagarim geworden? Dann schau doch mal im Shop von Yori Gagarim vorbei!
Vielen Dank an Yori für das tolle Interview! Wir wünschen weiterhin viele bestärkende Momente in der Arbeit und freuen und auf weitere queere Publikationen, die uns zum Nachdenken und Lachen bringen.

MerkenMerken

  • Pelzige Tassen im Museum 1000 600 WESENsBande Pelzige Tassen im Museum Oder die Kunst der Meret Oppenheim
  • Zwischen Kunst, Sprache und Humor 1000 600 WESENsBande Ein Bild von Iman Shaaban und davor das Wesen Iman
  • Wir de-konstruieren Gender mit Judith Butler 1000 600 WESENsBande Judith Butler sagt: »Very masculine and feminine roles are not biologically fixed but socially constructed.«

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu

*