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Wesen erklären … Feminismus 1024 768 WESENsBande
WESENsART: 2 unserer liebsten Postkarten, natürlich zum Thema Feminsmus

Wesen erklären … Feminismus

Ohne Feminismus? Ohne uns!

Doch warum eigentlich?
Heute wollen wir dir erklären, was dieser Feminismus eigentlich ist, wer eigentlich alles Feminist*in ist und was das ganze mit Gleichberechtigung und Selbstbestimmung zu tun hat. Natürlich erfährst du dabei auch, warum Feminismus uns und unseren Wesen so wichtig ist.

In der Reihe »Wesen erklären …« besprechen wir schwierige Worte, die im Alltag um uns herum schwirren. Was heißt denn eigentlich »Identität«, wer ist dieses »Gender« und was ist diese »Liebe«?
Zusammen mit der WESENsBande wollen wir Begriffe aus dem queer-feministischen Zusammenhang leichter verständlich machen.
Heute geht es um Feminismus.

Eines der wichtigsten Dinge gleich vorweg: Es gibt nicht »den einen Feminismus«, deshalb gibt es auch nicht die allgemein-gültige Definition. Doch feministische Bewegungen, Aktivist*innen und Forderungen gibt es schon immer. Also zumindest in allen Gruppen und Gesellschaften, die einen Unterschied zwischen verschiedenen Geschlechtern machen. Und das sind fast alle.

WESENsART – Frauenkampftag // Wesen bei Demo

Der Unterschied zwischen den Geschlechtern

Die meisten unterscheiden auch nur zwischen zwei Geschlechtern: Frau und Mann. Das wird auch Binarität genannt. Das grundlegende Problem dabei ist, dass mit der Unterscheidung auch verschiedene Eigenschaften, Verhaltensweisen und Fähigkeiten den einzelnen Geschlechtern zugeschrieben werden. Das kennen wir sicher alle und wollen wir an dieser Stelle nicht noch mal wiederholen.

Mit der Unterscheidung (auch Differenz genannt) und den Zuschreibungen wird ein Geschlecht aufgewertet und ein anderes abgewertet. In vielen Gruppen und Gesellschaften werden dem Mann oft Stärke und Macht zugeschrieben. Das ist seit mehreren tausend Jahren so. Das wird Patriarchat (wörtlich: Herrschaft des Vaters) genannt. In einer patriarchalen Gesellschaft wird der Mann oft mit dem Menschen an

sich gleichgesetzt und die Frau als anders, verschieden dazu, schwächer und oft auch weniger wert betrachtet. Warum das so ist oder woher es kommt, ist umstritten. Wichtig ist an dieser Stelle eher, dass die Unterscheidung seit je eher großen Einfluss auf das Leben von fast allen Menschen hat.Deshalb gab es auch schon immer Feminist*innen und feministische Bewegungen. Also Menschen und Gruppen, die sich für Freiheit und Gleichberechtigung aller Geschlechter einsetzten und setzten. Feminismus ist in dem Sinne eher eine Haltung, eine Lebenseinstellung als ein inhaltliches Programm. Was einzelne Feminist*innen für Forderungen an Freiheit und Gleichberechtigung stellten und heute stellen, ist immer abhängig vom Kontext, also der Zeit, dem Lebensraum und den eigenen Erfahrungen.

Wer ist denn alles Feminst*in?

Oftmals waren mehr Frauen* Feministinnen*, weil sie eben viel stärker unter der Unterscheidung und Benachteiligung leiden mussten, als Männer*. Die waren schon lange besser gestellt und begünstigt. Doch heute erkennen auch immer mehr Männer, dass die Unterscheidung zwischen verschiedenen Geschlechtern keinen Sinn macht, wenn sie zu Nachteilen und Unterdrückung einer Seite führen. Daher können auch Männer* feministisch sein und sich für feministische Ziele einsetzten, denn Gleichberechtigung und Freiheit gehen alle Menschen in einer Gesellschaft etwas an.

Die Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichi bringt es so auf den Punkt:

»Feminist – a person who believes in the social, political and economic equality of the sexes.«

(aus »We should all be feminists« TEDxtalk 2012; freie Übersetzung: »Feminist*in – eine Person, die an die soziale, politische und wirtschaftliche Gleichheit der Geschlechter glaubt.«)

Gleichberechtigung gestalten – mit vielen Zielen

Solange es die Unterscheidung zwischen Geschlechtern und damit Ungleichheiten und Unterdrückung gibt, gibt es auch feminitische Forderungen und Ziele. Wir wollen jetzt ein paar dieser Forderungen kurz vorstellen.

WESENsART // Zine Wesen erklären: GenderFreiheit für alle Geschlechter

Eine Forderung ist, dass alle Geschlechter frei und selbstbestimmt leben können. Und das bezieht sich nicht nur auf Frau und Mann. Denn es gibt auch Menschen, die außerhalb dieser Kategorien leben und sich weder als weiblich* noch als männlich* sehen. Dazu kannst du auch in unserem Gender-Zine nachlesen. Deshalb ist ein feministisches Ziel, die Binarität von Geschlecht aufzubrechen und Geschlechts_identität neu zu denken. Oder zu mindest alle Geschlechter und Selbstbezeichnungen von Menschen anzuerkennen. Das heißt, dass Menschen, die weder Frau noch Mann sind, nicht mehr verfolgt, bestraft, getötet oder benachteiligt werden.

Geschlecht ist nur eine Form der Diskriminierung

Lange Zeit kämpften viele Feministinnen nur aus der Sichtweise, dass Geschlecht die einzige Form der Diskriminierung ist. Doch das stimmt nicht. Menschen haben verschiedene Identitäten und können deshalb verschiedene Diskriminierungs_Erfahrungen machen. Eine schwarze Frau, die lesbisch ist und keinen Job hat und zu dem im Rollstuhl sitzt, wird nicht nur deshalb in der Gesellschaft benachteiligt, weil sie eine Frau ist. Sie erfährt auch noch Rassismus, Heterosexismus (Diskrimierung aufgrund ihrer Sexuelle Orientierung) und wird beHindert. Das wird Mehrfachdiskriminierung (oder Intersektionalität) genannt.
Eine weitere feministische Forderung ist deshalb, alle Formen von Benachteiligung und Diskriminierung zusammen zu denken, weil Menschen sie eben auch zusammen erfahren können. Es geht also auch darum, gemeinsam gegen alle Formen von Unterdrückung zu kämpfen.

Jeder Körper ist politisch!

Alle Menschen (und auch Wesen) haben einen Körper. Doch der sieht bei allen immer anders aus oder kann andere Dinge schaffen. Das Problem ist leider, dass in dieser Gesellschaft nur bestimmte Körper als schön und begehrenswert oder als fähig und über_lebensfähig angesehen werden. Der Körper ist also mit Normen besetzt, die als erstrebenswert gelten. Doch nicht alle Körper können alles und nicht alle wollen auch alles erfüllen. Da gerade an weibliche* Körper viele Maßstäbe und Ideale gesetzt werden, wie sie auszusehen, sich zu bewegen oder zu leben haben, ist eine weitere feministische Forderung, dass alle frei über ihren eigenen Körper entscheiden dürfen. Das wird auch körperliche Selbstbestimmung genannt.
Das heißt auch, dass alle Körper das Recht darauf haben, nicht verletzt zu werden (z.B. durch eine Vergewaltigung) und das alle auch selbst bestimmen dürfen, was sie mit ihren Körpern machen (z. B. wenn Frauen abtreiben wollen). Außerdem sind alle Körper schön und keiner sollte beleidigt oder diskriminiert werden!

Robyn und Yannie halten ein Schild hoch, auf dem steht: #wegmit219a. Ihre Münder sind mit Pflaster zugeklebt.

Selbstbestimmt Leben – selbstbestimmt Arbeiten

Den verschiedenen Geschlechtern werden verschiedene Eigenschaften zugeschrieben. Das wird unterschiedlich bewertet. Darum gibt es auch heute noch Unterschiede im dem, was Frauen* zum Beispiel arbeiten dürfen und wie viel Geld sie dafür bekommen. Eine der wichtigsten feministischen Forderungen ist deshalb, dass alle Geschlechter das gleiche Gehalt für die gleiche Arbeit bekommen. Leider ist das noch lange nicht so, auch nicht in Deutschland. Der Unterschied wird auch gender pay gap genannt.
Außerdem werden Frauen* viele Tätigkeiten und Berufe als natürlich zugeschrieben. Das kommt vielleicht daher, dass einige Frauen Kinder gebären können und auch wollen. Das wird damit verbunden, dass Pflege- und Erziehungsaufgaben (auch care-Arbeit genannt) an Frauen* abgeschoben werden und auch als weniger wichtig und weniger wertig angesehen werden. Und das ist ein großes Problem! Denn gerade care-Arbeiten sichern in den Gesellschaften das Überleben und gewährleisten ein lebenswertes Leben. Deshalb ist ein feministisches Ziel, dass Arbeit neu gedacht wird. Und Arbeit soll vor allem gerecht entlohnt werden!

Ich will lieben, wen und wie ich will!

In unserem letzten Beitrag Wesen erklären … Liebe haben wir dir ja schon erklärt, warum die Vorstellung von Liebe für Menschen ausschließend sein kann. Deshalb ist auch eine feministische Forderung, dass alle Geschlechter so lieben dürfen, wie sie es wollen. Natürlich nur mit dem Einverständnis der anderen Person – oder der anderen Personen. Liebe ist etwas schönes und soll für alle dasein. Die romantische und sexuelle Selbstbestimmung ist so wichtig, damit nicht weiterhin vor allem Frauen* zu Sex_objekten gemacht werden. Sie*sollen selbst entscheiden können, was sie anziehen und wie sie lieben. Das schließt auch alle Formen der queeren Liebe und Beziehungsformen ein.

WESENsART – Ally und Valentin*a betrachten die Mondfinsternis

Puh, das war ganz schön viel. Und auch noch lange nicht vollständig!
Es gibt noch viel mehr feministische Forderungen. Doch vielleicht ist dir an denen, die wir hier beschrieben haben, klar geworden, warum uns und unseren Wesen Feminismus so wichtig ist. Auch in Deutschland sind alle der Forderungen, die wir benannt haben, noch nicht umgesetzt oder erreicht. Und das geht so nicht weiter!

Deshalb setzten wir uns für Feminismus und gegen Diskrimierung ein!

Du auch?
Dann sei doch auch du stolze Feminist*in – denn Feminismus fetzt!

Du hast noch eine Frage oder etwas nicht ganz verstanden?

Schreib uns doch einen Kommentar und die Wesen und wir werden versuchen, deine Fragen zu beantworten.

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